Simon McBride, geboren in Belfast, gewann bereits im Alter von 15 Jahren den renommierten Wettbewerb „Young Guitarist of the Year“ des britischen Magazins *Guitarist*. 2022 steht er auf der Bühne mit den Rock-Ikonen von Deep Purple – und jetzt liefert er mit seinem Album „The Fighter“ eine mitreißende Platte ab, die Vergleiche mit den größten Legenden des Rock geradezu herausfordert.

Review: Simon McBride - The Fighter (Vinyl)
Trackliste
Seite 1
1. Don´t Dare
2. Show Me How To Love
3. Kingdoms
4. The Fighter
5. High Stakes
6. Let Me Go
Seite 2
7. 100 Days
8. King Of The Hill
9. Just Takes Time
10. Back To You
11. Trouble
12. The Stealer
Simon McBride - The Fighter (LP, 180g Vinyl)
Am 31.03.2022 gab Deep Purple bekannt, dass Gitarrist Steve Morse aufgrund der Pflege seiner erkrankten Frau nicht an der aktuellen Tournee teilnehmen kann. Die Wahl fiel auf Simon McBride, der schon seit Längerem Teil des erweiterten Bandteams ist und bei diversen Projekten mit Don Airey oder Ian Gillan mitgewirkt hat. McBride übernimmt nun Morses Position bei den bevorstehenden Konzerten. Mit im Gepäck hat er sein kraftvolles Rockalbum „The Fighter“ – ein Werk, das eindrucksvoll verdeutlicht, warum Deep Purple ihn als Gitarristen ausgewählt haben.
Auf dem Weg an die Spitze
Man muss dem Iren eines lassen: Seine Fähigkeit, mitreißende Gitarrensoli, kraftvolle Rock-Arrangements und eingängige Hooklines zu kombinieren und dabei ein Album wie aus einem Guss zu schaffen, ist beeindruckend. Das Werk strotzt vor Ideen und bleibt dennoch geradlinig und schnörkellos. Immer wieder überraschen großartige Riffs, die sich nahtlos in die Grundstruktur der Songs einfügen. Zwar könnten sich einige Rockfans längere, ausgedehntere Soli wünschen, doch diese hätten das Risiko, die Einheitlichkeit des Albums zu gefährden. So, wie es sich präsentiert, wirkt es stimmig – und die ausladenden Gitarrenriffs bleiben wohl den Livekonzerten vorbehalten.
McBrides Gitarrenspiel weckt unweigerlich Assoziationen zu den Größen der Musikgeschichte. In blueslastigen Stücken könnte man an Gary Moore denken, während der Opener „Don’t Dare“ Erinnerungen an Led Zeppelin wachruft. Das Intro von „Back To You“ erinnert an den unvergessenen Jimi Hendrix, und in „High Stakes“ sind Anklänge an die Gesangsharmonien von Toto zu hören. In der Ballade „Let Me Go“ entfalten sich hinreißender Gesang und Gitarrenbegleitung, die das Potenzial haben, in Kuschelrock-Playlisten ganz oben zu stehen.
Diese Anklänge sind jedoch lediglich kurze Momente, markante Akzente innerhalb der Songs. Was besonders bemerkenswert ist: Keiner der Tracks hat ein offensichtliches Hitpotenzial, und selbst der Ohrwurm-Charakter hält sich in Grenzen. Dennoch wirken alle Stücke vertraut und laden dazu ein, die Platte immer wieder aufzulegen. Allein das spricht für die Qualität des Albums. Simon McBride hat nicht nur mit den Großen gespielt – mit dieser Platte ist er selbst auf dem besten Weg, sich in der Oberliga des Rock zu etablieren.
Fakten
• Veröffentlichung 27. Mai 2022
• Label: earMUSIC
• Katalog-Nummer: 0216884EMU
• Pressung: optimal media
• Pressqualität*: 4
• Inhalt: 180g Vinyl
• Besonderheit:
• Aufnahmen: SMB Studios / Two Wolves Studio
Besetzung
• Simon McBride - guitar, vocals
• Jo Webb - guitar („100 Days“), back vocals
• Shannon Forest / Dave Marks - keyboards
• Dave Marks - bass guitar, percussions, back vocals
• Jon Finnigan - drums
• Emily Holligan / Mitchel Emma / Iain Hornal - back vocals
* Pressqualität 1-5:
1= starke Nebengeräusche, deutlich sichtbare Pressfehler
5= keinerlei Nebengeräusche, optisch perfekt
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