Heute begeben wir uns auf eine besondere Reise nach Irland – nicht mit dem Auto oder Flugzeug, sondern durch eine Musik, die direkt ins Herz trifft. Dieses Album ist ein persönliches Herzensprojekt des Violinisten Daniel Hope, der mit „Irish Roots“ seine tiefe Verbundenheit zu Irland musikalisch zum Ausdruck bringt. Verzeihen Sie mir meine überschwängliche Begeisterung für diese Doppel-LP, aber sie ist einfach unwiderstehlich.

Review: Daniel Hope - Irish Roots (Vinyl)

Daniel Hope - Irish Roots (2 LP, 180g Vinyl)
Er selbst hat nie in Irland gelebt, dennoch fühlt sich Daniel Hope diesem faszinierenden Land tief verbunden. Dabei könnte man ihn kosmopolitisch nennen: in Südafrika geboren, zog er mit seiner Familie zunächst nach Paris und später nach London. Heute ist er im Besitz sowohl der deutschen als auch der irischen Staatsbürgerschaft. Seine Begeisterung für die irische Kultur sowie die Entdeckung seiner eigenen familiären Wurzeln in Irland wurden sogar in einem Dokumentarfilm festgehalten. Diese Verbindung aus traditioneller Folklore und klassischer Musik spiegelt sich eindrucksvoll in seinem neuen Album „Irish Roots“ wider, das bei Deutsche Grammophon erschienen ist.
Die Vielfalt irischer Musik
Irland hat viel mehr zu bieten als Guinness und grüne Landschaften. Die Kultur der Insel ist facettenreich und uralt, ebenso wie ihre Musik. Diese Vielfalt hat Daniel Hope auf besondere Weise erforscht. Während er seine eigenen irischen Wurzeln näher entdeckte, öffnete er zugleich das Tor zu einer weiteren Welt: die der klassischen Komponisten, die aus Irland stammen - wie der anglo-irische Musiker Thomas Roseingrave und der Barde Turlough O’Carolan. Immerhin waren deren Werke einst in Irland populär, wie die von Vivaldi und Scarlatti.
Natürlich ist irische Musik untrennbar mit traditionellem Folk verbunden. Die Bilder von fröhlich gespielten Geigen, Uilleann Pipes und tanzenden Menschen erscheinen sofort vor dem inneren Auge. All das findet sich auch auf „Irish Roots“ wieder. Klassiker wie „Danny Boy“ und „Molly Malone“ dürfen dabei selbstverständlich nicht fehlen.
Unterstützung erhielt Hope von der preisgekrönten irischen Band Lúnasa. Die hochkarätige Besetzung wird ergänzt durch das AIR Ensemble (mit dem Hope regelmäßig auftritt), die renommierte Harfenistin Siobhán Armstrong, die berühmten Flötisten Sir James und Lady Jeanne Galway, den Sänger Rea Garvey, den vielseitigen Musiker Ross Daly und das Thessaloniki State Symphony Orchestra unter der Leitung von Daniel Geiss.
Die lebhafte Folkmusik trifft in perfekter Harmonie auf barocke Klänge, die sich überraschend wenig widersprechen. Diese historischen Werke zeigen vielmehr eine klare Verbindung zu den irischen Traditionals, insbesondere dann, wenn man sie in der Abfolge der Stücke hört. Man ertappt sich schnell dabei, wie die Füße zu den mitreißenden Rhythmen mitwippen. Doch auch bei melancholischen Stücken wie „Molly Malone“ hält die Musik einen in ihrem Bann. Gerade hier zeigt sich die außergewöhnliche Kunstfertigkeit von Daniel Hope: Sein gefühlvolles Geigenspiel berührt auf tiefster Ebene. Vielleicht ist es gerade die vierte Seite dieses Albums, die die ursprüngliche Schönheit der irischen Folk-Musik in vollster Pracht entfaltet.
Die beiden LPs begeistern nicht nur musikalisch, sondern auch durch ihre hochwertige Verarbeitung. Sie werden in gefütterten Innenhüllen geliefert und sind in einem ansprechend gestalteten Klappcover untergebracht. Das beiliegende Booklet enthält nicht nur einige stimmungsvolle Fotos, sondern auch die Linernotes von Andrew Stewart, sowohl in deutscher als auch englischer Sprache.
Diese beiden Schallplatten sind ein charmanter Blick auf die musikalische Seele Irlands – eine Hymne an die Sehnsucht nach dieser einzigartigen Insel und ihren Menschen.
* Pressqualität 1-5:
1= starke Nebengeräusche, deutlich sichtbare Pressfehler
5= keinerlei Nebengeräusche, optisch perfekt
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