Magisch: Thylacine - And 74 Musicians

Ein derart beeindruckendes Projekt kann selbst eingefleischte Fans sprachlos zurücklassen – so sehr, dass man wie ich mit Gänsehaut vor dem Plattenspieler sitzt. Dieses Werk von William Rezé - besser bekannt als Thylacine, gemeinsam mit 74 talentierten Musikern - ist auf Schallplatte ein ganz besonderes Erlebnis. Besonders faszinierend ist, wie es mühelos die Grenzen der Genres sprengt.

Thylacine And 74 Musicians in der Philharmonie Paris | Die Review im Vinyl-Fan Blog

Ein grandioses Ereignis: Thylacine - And 74 Musicians

Thylacine - And 74 Musicians (2 LP, 180g Colored Vinyl)

Trackliste


Seite 1

1. Tuning
2. Polar
3. Albéniz

4. Poly

 

Seite 2
5. Mozart

6. Anatolia
7. Haendel

8. Vivaldi

9. Sheremetiev

 

Seite 3

10. Pleyel

12. War Dance
13. Verdi

 

Seite 4

unbespielt

Thylacine - And 74 Musicians (2 LP, 180g Colored Vinyl)


Der französische Musiker William Rezé - gelernter Saxofonist - ist bekannt für seine elektronischen Experimente und Aufnahmen an ungewöhnlichen Orten. In einer vorgehenden LP („Timeless“) hat der Künstler einen interessanten Weg beschritten, nämlich klassische Werke (u.a. von Beethoven, Mozart oder Fauré) neu zu interpretieren. Beides - also seine eigenen Hits wie das grandiose „Polar“ oder „Anatolia“ und dann eben klassische Werke - mündeten nun in ein Projekt, das übliche Produktionsdimensionen sprengt: zusammen mit Orchester, Chor und weiteren Solisten spielte er ein neues Album ein: „And 74 Musicians“.


Atemberaubend, Gänsehaut pur

Natürlich hat diese Einspielung eine lange Vorlaufzeit und es bedurfte einem Produktionsteam, das dieser Aufgabe gewachsen ist. Mit der Dirigentin, Arrangeurin und Produzentin Uèle Lamore, dem Orchestre National des Pays de la Loire und dem Chor des Maîtrise des Pays de la Loire hatte Thylacine die Eckpfeiler und mit dem Pianisten Bravinsan Karunanithy, dem Gitarristen Thibault Cauvin und dem Violinisten Luka Faulisi drei besondere Glanzlichter. Das Ergebnis, welches auf der Bühne des Théâtre du Quai im französischen Angers entstand, ist nichts weniger als spektakulär!

 

Der Auftakt beginnt bei „Tuning“ auch gleich mal mit Bravinsan am Piano, schon entstehen die magischen Momente, die sich im Laufe der drei Plattenseiten stets aufs neue fortsetzen. Jedes der 13 Stücke offenbart einen ganz eigenen Reiz. Faszinierend ist wieder „Polar“ mit seinem mitreissenden Rhythmus, auch „Poly“ mit dem Chorgesang junger Menschen ist ganz großartig, das orientalische „Anatolia“ entfernt uns mehr als nur in 1000 und einer Nacht. „Sheremetiev“ lässt uns mit dem Piano und einem Männerchor tief abtauchen in eine gänzlich andere Welt (unbedingt mal das zugehörige YouTube-Video ansehen!).

 

Wobei, YouTube ist ein Stichwort dafür, diese atemberaubende Inszenierung auch mit ebenso faszinierenden Bilder sehen zu können - um die Leidenschaft dieses großen Ensembles und die Wirkung zu erleben, die sie auf die Zuhörer ausüben. Zu sehen sind „Vivaldi“ (Vier Jahreszeiten), „Poly“ und als emotional absoluter Höhepunkt „Albeniz“, bei dem sich die Musiker in einen wahren Rauschen spielen.

 

Dem inzwischen 31 Jahre alten Thylacine passiert es mittlerweile, dass nach einem Konzert begeisterte Klassikliebhaber zu ihm kommen und sagen: „Normalerweise mag ich keine elektronische Musik, aber diese hier ist anders“. Und es sind die vielen sonstigen Besucher, viele davon auch deutlich jünger als etablierte Klassikfans urteilen ganz anders: „Normalerweise mag ich keine klassische Musik, aber diese hier ist anders“.


Und ich sage dazu: „And 74 Musicians“ ist eine Sternstunde in der modernen Musik, die Grenzen in jeder Art überwindet und den Menschen Momente des Glücks beschert!

Fakten


• Veröffentlichung:  März 2024

• Label: Sony Music

• Bestell-Nummer:

• Pressung: MPO

• Pressqualität*: 4

• Inhalt: 2x Colored 180g Vinyl

• Besonderheit: Seite 4 unbespielt, Innenhüllen bedruckt

• Aufnahmen: Elektronik, Crossover, Neo-Klassik

Besetzung


• Thylacine - Elektronik, Synthesizer

• Orchestre National des Pays de la Loire

• Choir Maîtrise des Pays de la Loire

• Thibault Cauvin - Gitarre

• Luka Faulisi - Violine



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